Aktivitäten

Tauchen an den Gili-Inseln

Korallenriff unter Wasser mit Fischschwarm
Wassertemperatur
27 bis 30 °C, ganzjährig
Beste Sicht
Trockenzeit, Mai bis Oktober
Nächste Druckkammer
Mataram auf Lombok

Tauchen an den Gili-Inseln heißt: Wasser zwischen 27 und 30 Grad, das ganze Jahr über, Riffe, die schon in fünf Metern beginnen, und Tauchplätze, die fast alle innerhalb einer Viertelstunde Bootsfahrt liegen. Grüne Meeresschildkröten gehören hier nicht zum Glücksfall, sondern zum Normalfall. Auf allen drei Inseln gibt es Tauchbasen, und sie fahren weitgehend dieselben Plätze an — welche Insel du wählst, entscheidet über den Abend, nicht über das Tauchen.

Das ist die kurze Antwort, und sie erklärt, warum hier so viele ihren ersten Schein machen. Die längere ist, dass die beiden Entscheidungen, bei denen man an den Gilis wirklich etwas falsch machen kann, gar nicht unter Wasser fallen: die Wahl der Basis und die Planung des letzten Tauchtags.

Der letzte Tauchgang gehört nicht auf den Abreisetag

Nach dem Tauchen braucht der Körper Zeit, bevor er in den geringeren Kabinendruck eines Flugzeugs darf. Divers Alert Network und PADI nennen dieselben Mindestwerte: mindestens 12 Stunden nach einem einzelnen Tauchgang ohne Dekompression, mindestens 18 Stunden nach mehreren Tauchgängen oder mehreren Tauchtagen. Beide schreiben ausdrücklich dazu, dass das Mindestwerte sind und kein Ziel — länger ist sicherer.

Praktisch heißt das für eine Gili-Reise: Wer eine Woche taucht und dann fliegt, plant einen vollen Tag ohne Tauchgang vor den Rückflug ein. Der Tag ist nicht verloren — er ist der Tag, an dem du mit dem Boot zurück nach Lombok kommst, denn die Überfahrt nach Bangsal und die Fahrt zum Flughafen kosten ohnehin Zeit. Zwei Tauchgänge am Vormittag und abends der Flug nach Jakarta oder Kuala Lumpur ist die Kombination, die auf keiner Anbieterseite steht und trotzdem gebucht wird.

Ein Zwischenstopp auf Bali ändert daran nichts. Die Uhr läuft ab dem letzten Auftauchen, nicht ab dem letzten Flughafen.

Wofür die Gilis nicht taugen

Es ist ein Anfängerrevier, und das ist keine Abwertung — nur eine Erwartungsfrage. Wer Wände, Großfisch und starke Strömung sucht, findet sie in Indonesien anderswo verlässlicher.

Manta Point ist der Name, der die meisten Enttäuschungen produziert. Die Basen, die den Platz anfahren, beschreiben Mantabegegnungen übereinstimmend als selten bis gelegentlich — der Platz ist ein schöner, flacher Korallengarten mit Schildkröten, aber keine Putzerstation. Wer wegen der Mantas kommt, sollte das vorher wissen.

Das Bounty Wreck vor Gili Meno ist kein Schiff. Es ist ein gesunkener Schwimmsteg des früheren Bounty-Resorts, dessen Teile grob zwischen neun und achtzehn Metern liegen, inzwischen bewachsen und gut mit Fisch besetzt. Ein Wrack im eigentlichen Sinn taucht man hier nicht.

Und die Unterwasserskulptur „Nest" vor Gili Meno — 48 lebensgroße Figuren im Kreis, 2017 vom Bildhauer Jason deCaires Taylor installiert — steht so flach, dass sie vom Strand aus erschnorchelt werden kann. Dafür einen Tauchgang zu buchen, lohnt sich nur, wenn man ohnehin in der Nähe taucht. Mehr dazu steht beim Schnorcheln.

Die Plätze und was sie verlangen

PlatzWas dich erwartetFür wen
Shark PointAbfallendes Riff, Weißspitzen- und Schwarzspitzen-RiffhaieFortgeschritten, oft als Drift
Meno WallFlach beginnender Hang, viele SchildkrötenAnfänger, auch Kurstauchgänge
Bounty WreckBewachsener Stegrest, Glasfische, MakroAlle Stufen
Manta PointFlacher Korallengarten, Schildkröten, selten RochenAnfänger
Deep TurboTief, strömungsanfälligNur mit entsprechendem Brevet

Shark Point ist der Platz, an dem die Bedingungen am stärksten schwanken. Mehrere Basen weisen darauf hin, dass er bei Wellengang und starker Strömung gar nicht angefahren wird. Wenn die Basis am Morgen umdisponiert, ist das kein schlechter Service, sondern der Grund, warum man eine Basis wählt und keinen Katalog.

Sehenswert und wenig bekannt sind die Biorock-Strukturen: Metallgerüste unter schwacher Spannung, auf denen Korallen schneller anwachsen. Der Gili Eco Trust betreibt sie seit den 2000er-Jahren rund um alle drei Inseln, einige liegen so flach, dass auch Schnorchler sie erreichen.

Wann die Sicht stimmt

Die Trockenzeit von Mai bis Oktober bringt die verlässlichsten Bedingungen; die Tauchbasen ziehen ihr Fenster meist etwas weiter, von April bis November. In diesen Monaten berichten sie übereinstimmend von Sichtweiten über 25 Metern, in Spitzen um 30.

In der Regenzeit von Dezember bis März sinkt die Sicht auf etwa 10 bis 25 Meter. Getaucht wird trotzdem — planktonreiches Wasser zieht zeitweise größere Tiere an. Der Preis dafür sind Tage, an denen die Boote wegen Seegang nicht auslaufen, und darüber entscheidet niemand, mit dem sich verhandeln ließe.

Die Basis suchen, nicht den Preis

Die meisten Tauchschulen auf Gili Trawangan gehören einem Zusammenschluss namens GIDA an, der seit 2008 besteht und sich um gemeinsame Sicherheitsstandards, Notfallkoordination und akkreditierte Ausbilder kümmert.

Viele Reiseblogs und Anbieterseiten schreiben dazu, GIDA setze verbindliche Mindestpreise fest, sodass überall dasselbe koste. Auf der Seite des Zusammenschlusses selbst steht das nicht — dort geht es um Sicherheit und Umweltstandards. Selbst der ausgeschriebene Name wird auf verschiedenen Basisseiten unterschiedlich wiedergegeben. Verlass dich also nicht darauf, dass der Preis überall gleich ist, und nimm ihn auch nicht als Qualitätssignal.

Was sich stattdessen zu fragen lohnt: Wie viele Leute sind pro Guide im Wasser? In welcher Sprache wird ausgebildet? Und, bei einem Kurs: An welchen Plätzen finden die Freiwassertauchgänge statt — nicht nur, wie der Pool aussieht.

Für Tauchgänge abseits der Gilis lohnt der Blick auf Sekotong im Südwesten und die Ostküste — beide sind deutlich leerer, aber auch deutlich umständlicher zu erreichen.

Quellen

19 Belege anzeigen
  1. Fliegen nach dem Tauchen, 12 h / 18 hdan.org
  2. Fliegen nach dem Tauchen, 12 h / 18 hblog.padi.com
  3. Wassertemperatur 27–30 °Cpadi.com
  4. Wassertemperatur 27–30 °Cmanta-dive.com
  5. Saison und Sichtdivinedivers.com
  6. Riffhaie an Shark Point, Strömung, Ausfall bei Seegangdivinedivers.com
  7. Riffhaie an Shark Point, Strömung, Ausfall bei Seegangmanta-dive.com
  8. Manta Point: Mantas selten bis gelegentlichmango-trawangan.com
  9. Bounty Wreck = gesunkener Schwimmsteg des Bounty-Resorts, ca. 9–18 mpadi.com
  10. Bounty Wreck = gesunkener Schwimmsteg des Bounty-Resorts, ca. 9–18 moceans5dive.com
  11. „Nest", 48 Figuren, 2017, flach vor Gili Menounderwatersculpture.com
  12. „Nest", 48 Figuren, 2017, flach vor Gili Menodivephotoguide.com
  13. Biorock, Gili Eco Trust, seit den 2000er-Jahrengaiadiscovery.com
  14. Biorock, Gili Eco Trust, seit den 2000er-Jahrendivinedivers.com
  15. GIDA seit 2008, Sicherheits- und Umweltstandards, akkreditierte Ausbilderdivegiligida.com
  16. Widersprüchliche Preisbehauptung zu GIDAdivecentralgili.com
  17. Druckkammer Mataram, Indikation Dekompressionskrankheit und Gasemboliersud.mataramkota.go.id
  18. Druckkammer Mataram, Indikation Dekompressionskrankheit und Gasembolieoceans5dive.com
  19. Druckkammer Tanjung, Anwendungsliste ohne Tauchunfallrsudlombokutara.com

Reiseinformationen ändern sich. Wir geben oben den Stand an und nennen hier, worauf er sich stützt — verbindlich sind immer die Angaben der zuständigen Stellen.