Sehenswürdigkeiten
Segara Anak
- Höhe
- 2.004 m
- Tiefe
- bis 230 m
- Entstanden
- 1257
- Zugang
- Nur mehrtägig zu Fuß
Segara Anak ist der Kratersee des Mount Rinjani: 2.004 Meter über dem Meer, bis zu 230 Meter tief und so groß, dass an seinem Ufer ein zweiter Vulkan steht. Der Name bedeutet „Kind des Meeres". Hinkommen kann man nur zu Fuß, meist über einen der Kraterränder — und nicht an einem Tag.
Das ist die kurze Antwort. Die längere beginnt mit der Frage, wie ein See in einen Vulkan kommt.
Entstanden bei einem der größten Ausbrüche seit Jahrtausenden
Wo heute der See liegt, stand bis 1257 ein Berg: der Samalas. Sein Ausbruch in jenem Jahr gehört zu den größten der letzten Jahrtausende. In den Eisbohrkernen der Polargebiete hinterließ er das stärkste Schwefelsignal der vergangenen 7.000 Jahre, doppelt so stark wie das des Tambora von 1815. Der Berg sackte in sich zusammen, zurück blieb die Caldera, in der sich der See sammelte. Pamatan, der Hauptort eines Reiches auf Lombok, wurde verschüttet.
Das Wasser hat 20 bis 22 Grad. Dass der Vulkan darunter nicht erloschen ist, sieht man am Ufer, wo der junge Kegel des Gunung Baru aufragt und dem See seine Sichelform gibt.
Nur zu Fuß, und nie an einem Tag
Eine Straße gibt es nicht und einen Tagesausflug auch nicht. Der See liegt gut 600 Meter unter den Kraterrändern; von dort führt ein steiler Pfad über Geröll und Stufen hinunter, ein halber Tag bergab. Die Route über Torean führt dagegen am Fluss entlang durch ein steiles Tal direkt zum See — nach zwei Quellen zwölf bis vierzehn Stunden.
Realistisch heißt das: mehrere Tage mit Nächten im Zelt. Die übliche Runde steigt über Sembalun auf, übernachtet am Kraterrand, geht nachts zum Gipfel, steigt zum See ab und verlässt den Krater am dritten Tag über Senaru. Wer nur zum See will, ohne Gipfel, spart Höhenmeter, aber nicht unbedingt Tage.
Am Ufer gibt es Zeltplätze, und in der Nähe liegen mehrere heiße Quellen. Im See selbst leben Tilapien und Karpfen: Seit 1985 setzt die Provinzregierung dort Fische ein.
Wo die Grenze verläuft
Tabu ist der junge Vulkan. Die Vulkanbehörde führt den Rinjani seit dem 4. August 2022 auf Warnstufe II („Waspada"), und das gilt auch Ende August 2026 noch. Im Umkreis von 1,5 Kilometern um den Krater des Gunung Baru sind Aufenthalt und Zelten verboten, ebenso jede Aktivität auf dem Kegel selbst.
Die Aufstiegsrouten und die üblichen Zeltplätze liegen nach Angabe der Parkverwaltung außerhalb dieser Zone. Wo die Grenze am Ufer genau verläuft, klärst du vor dem Abstieg — mit dem Guide oder der Begleitung, notfalls bei der Parkverwaltung.
Ein heiliger See
Für die balinesischen Hindus auf Lombok ist Segara Anak ein Heiligtum. Einmal im Jahr steigen sie zur Zeremonie Mulang Pekelem hinauf und versenken Opfergaben im See: kleine Figuren aus Gold, Silber und Kupfer in Form von Fischen und Garnelen, als Bitte um Frieden und Wohlstand.
Wer am Ufer zeltet, zeltet also an einem Ort, der für andere heilig ist. Das Mindeste daraus: Was hinaufgetragen wurde, geht wieder mit hinunter. Die Parkverwaltung meint das ernst — sie führt eine öffentliche Sperrliste, auf der unter anderem Bergsteiger stehen, die Müll zurückgelassen haben.
Quellen
10 Belege anzeigen
- Warnstufe II seit 4. August 2022, Verbot von Aufenthalt und Zelten im Umkreis von 1,5 km um den Krater des Barujari — Nationalparkverwaltungrinjaninationalpark.id
- Warnstufe II weiterhin in Kraft, Sperrradius 1,5 km, Aktivität auf den Barujari beschränkt (28. August 2026)insidelombok.id
- Eingeschränkte Öffnung seit 1. September 2026 wegen Waldbrandgefahr, Rundschreiben SE.4/KSDAE/SKSDAE/KSA.02.02/08/2026, Verbot des leichtfertigen Umgangs mit Feuerjatim.antaranews.com
- Online-Buchung über eRinjani seit 1. September 2026 ausgesetzt, bezahlte Buchungen bleiben gültig (2. September 2026)mounture.com
- Höhe 2.004 m, maximale Tiefe 230 m, Wassertemperatur 20–22 °C, Fischbesatz seit 1985, Sichelform durch den Barujarien.wikipedia.org
- Bedeutung des Namens, Höhe und Tiefe, Zeltplätze am Ufer, Fischbesatz seit 1985, mehrere heiße Quellen in Seenähetrekking-rinjani.com
- Ausbruch des Samalas 1257: Stärke, Eisbohrkern-Signal im Vergleich zu Tambora 1815, Entstehung der Caldera, Zerstörung von Pamatanen.wikipedia.org
- Torean-Route: am Fluss entlang durch ein steiles Tal direkt zum Segara Anak, 12 bis 14 Stunden (11. September 2025)visitmountrinjani.com
- Torean-Route endet am Danau Segara Anak, Start im Dorf Torean auf rund 600 Metern, 12 bis 14 Stundentempo.co
- Zeremonie Mulang Pekelem: Opfergaben aus Gold, Silber und Kupfer in Fisch- und Garnelenform — Rinjani Geoparkrinjanigeopark.com
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